Winterkatalog 2017/2018

Menschen mit Leseschwäche sollen auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das ist uns vom Spaß am Lesen Verlag wichtig. Unser Lesestoff wird genau für diese Menschen geschrieben. Die Sprache ist leicht zu verstehen, mit kurzen Sätzen und ohne schwierige Wörter. Die Themen sind interessant. Die Texte haben eine übersichtliche Gliederung. Dadurch macht das Lesen Spaß. Und was Spaß macht, macht man gerne öfter!

Nationaler Vorlesetag: Der erste Schritt zum selber lesen

Nationaler Vorlesetag: Der erste Schritt zum selber lesen

Am 17. November ist es wieder soweit. Dann findet in ganz Deutschland der bundesweite Vorlesetag statt. Eine großartige Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung. Sie findet bereits zum 14. Mal statt.

Mehr als 130.000 Menschen machten im vergangenen Jahr mit. Sie alle lasen Kindern ehrenamtlich eine Geschichte vor. Alle mit dem Ziel, Kinder mit Büchern in Berührung zu bringen – ein Schritt, den die Kinder von sich aus womöglich nicht so schnell nehmen würden.

Vorlesen stimuliert und begeistert Kinder für Bücher. Wem als Kind vorgelesen wird, bekommt die Chance, Geschichten in seinem Kopf lebendig werden zu lassen. Und das ist die beste Motivation, um schließlich selbst ein Buch zur Hand zu nehmen und lesen zu wollen.

Selber lesen, das klingt selbstverständlich, aber der funktionale Analphabetismus nimmt zu unter Jugendlichen. Obwohl in der Schule viel Zeit in Lesen und Lesenlernen investiert wird, ist die Kunst des Lesens von verschiedenen Seiten bedroht. Der Wohlstand mit all seinen Ablenkungsmöglichkeiten ist eine der Gefahren. Kinder haben heutzutage schon von klein auf einen übervollen Terminkalender: Sport, soziale Verpflichtungen und Hobbies nehmen viel Zeit in Anspruch. So fehlt den meisten Kindern die Ruhe, in ihrer Freizeit einfach einmal ein Buch zur Hand zu nehmen.

Eine weitere Bedrohung des Lesens: Die Kinder von heute gehören zur „Bildschirmgeneration“. Sie sind mit Tablets und Smartphones groß geworden. Für diese Generation ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, jederzeit Ablenkung auf dem Bildschirm suchen zu können. Und diese Haltung wird ihnen vorgelebt: Im Bus oder Zug und oftmals auch zuhause am Küchentisch sehen Kinder überall Erwachsene, die auf ihr Smartphone starren und dadurch vor allem visuell konsumieren. Menschen, die in der Öffentlichkeit ein Buch oder eine Zeitung lesen, werden immer mehr zur Rarität.

Das sind Tendenzen, die unumkehrbar erscheinen. Die Bedeutung des Lesens und Schreibens scheint im Leben des Einzelnen eine immer kleinere Rolle zu spielen. Gleichzeitig weisen Forschungen immer wieder nach, dass die Fähigkeit, gut lesen und schreiben zu können wichtiger denn je für eine erfolgreiche Berufskarriere ist. Das Jobangebot für Menschen mit geringer Schulbildung nimmt rasend schnell ab. Für beinah jeden Job wird heute ein ausreichendes Maß an Schreibfähigkeit vorausgesetzt. Das steht im krassen Gegensatz zu einer digitalen Welt, in der Lesen und Schreiben eine immer kleinere Rolle zu spielen scheint.

Sehe ich schwarz? Ich denke nicht. Ich meine, es ist wichtiger denn je, unsere Kinder für das Lesen von Büchern in ihrer Freizeit zu begeistern. Zugegeben, Vorlesen kostet mehr Mühe und Zeit, als dem Kind ein Smartphone in die Hand zu drücken. Aber diese Mühe zahlt sich aus: Ein Kind, dass schon früh auf spielerische Weise in den Genuss von Büchern und Geschichten kommt, dass gelernt hat, einer Geschichte zu folgen und sie schließlich selbst zu lesen, wird von dieser Fähigkeit sein Leben lang profitieren.

Darum ist der Nationale Vorlesetag so wichtig. Wir hoffen und wünschen, dass diese Initiative auch in diesem Jahr wieder von allen Seiten unterstützt wird. Dieser Tag trägt mit dazu bei, Analphabetismus in Deutschland zu bekämpfen und Stück für Stück zurückzudrängen.

 

Bild: Shutterstock / wavebreakmedia

 

Disclaimer | Impressum