30.06.2014

Deutschland wird wach

Deutschland wird wach

Es hat sich einiges getan seit der LEO-Studie 2011 - der ersten großen Studie über den Stand der Alphabetisierung in Deutschland. Die Ergebnisse waren schockierend: Beinah acht Millionen Deutsche lesen und schreiben auf einem sehr niedrigen Niveau. Sie sind nicht in der Lage, zusammenhängende Texte zu lesen. Das sind Millionen Deutsche, die dadurch auch Probleme innerhalb der Gesellschaft erfahren. Die wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Und die Briefe vom Finanzamt, den Behörden oder den Beipackzettel von Medikamenten nicht korrekt lesen können. 

 

Zum Glück reagierte die deutsche Politik vor drei Jahren schnell: So entstand die Nationale Strategie zur Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener. Der Vorsatz ist gut - schade ist nur, dass der Plan vor allem auf Altbewährtes zurückgreift und wenig Raum für Erneuerung lässt. Sicher, die Quantität des Angebots zur Alphabetisierung hat sich seitdem deutlich vergrößert, ebenso die Sensibilität für diese Thema und die direkte Kommunikation mit den Zielgruppen. Das Angebot an Kursen zur Alphabetisierung hat klar zugenommen: Während 2012 rund 100.000 Schulungsplätze zur Alphabetisierung zur Verfügung standen, wird sich diese Anzahl 2016 verdoppelt haben. Der Ansatz ist also gut. Die Frage ist nur: Reicht das aus?

 

Aus Erfahrung wissen wir: Das reine Lesenlernen gerät bei Erwachsenem mit einem niedrigen Leseniveau schnell ins Stocken. Menschen, denen das Lesen schwer fällt, haben in der Regel auch keine große Lust zu lesen. Sie wollen so wenig wie möglich mit Texten in Berührung kommen: Eine Folge der jahrelangen Ausgrenzung vom geschriebenen Wort. Diesen Menschen fehlt also nicht nur das Lesevermögen, sondern auch die Disziplin und nicht zuletzt die Freude, das Lesen zu üben. Sie brauchen einen Grund zum Lesen - nur so können sie das Lesen als eine angenehme Aktivität erfahren. 

 

Mein Standpunkt ist: Wir sollten Menschen mit einem niedrigen Leseniveau nicht nur das Lesen beibringen. Es ist mindestens ebenso wichtig, sie anzuregen, die erworbenen Lesefähigkeiten auch zu gebrauchen. Deshalb plädieren wir für ein Leseprogramm, durch das die Lesefähigkeit auf angenehme Weise weiter geübt werden kann.

Denn: "Use it or loose it", so ein englisches Sprichwort.

 

Bücher in Einfacher Sprache können in diesem Lern- und Leseprozess eine entscheidende Rolle spielen. Sie sind einfach und übersichtlich gestaltet, um die ersten Hürden nicht zu hoch erscheinen zu lassen. Die Buchseiten sind sehr übersichtlich gehalten, die Kapitel kurz und das ganze Buch nicht zu lang: Ideal, um den Leseanfänger wieder an das Lesen "normaler" Bücher heranzuführen, Barrieren abzubauen und das Selbstbewusstsein zu stärken.

 

Genau deshalb macht der Spaß am Lesen Verlag seine Bücher so, wie sie sind! 

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