Ein Artikel über Einfache Sprache in DER SPIEGEL

Einfache Sprache - ein Artikel in Der Spiegel

Eigentlich sind wir ziemlich stolz darauf: Ein Artikel im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL über - unter anderem - Einfache Sprache. Vielleicht haben Sie den Artikel mit dem Titel Maria in der Hängematte gelesen. Darin wird in erster Linie das Phänomen Leichte Sprache unter die Lupe genommen. Und dabei auch die Einfache Sprache benannt. 

Ein Artikel über Einfache Sprache in DER SPIEGEL: Sie werden unseren leisen Stolz sicher verstehen. Immerhin haben wir als Verlag diesen Begriff in Deutschland eingeführt. Dass DER SPIEGEL uns als Urheber dieses Begriffes Einfache Sprache nicht namentlich erwähnt, tut dem keinen Abbruch.  

Denn viel wichtiger ist: In dem Artikel wird ganz eindeutig eine Lanze für Einfache Sprache gebrochen. Der Autor bezeichnet Einfache Sprache als "eigentlich nichts anderes als normale Sprache in möglichst leicht verständlicher Form. Sie duldet auch Nebensätze, Fremdwörter und andere No-Go's der Leichten Sprache." Und er fährt fort: "Diese ideologisch nicht ganz so aufgeladene Version verbreitet sich derzeit ebenfalls mit großer Geschwindigkeit."

Den kritischen Ton, den der Autor gegenüber der Leichten Sprache anschlägt - oft nicht genau genug, zu große Vereinfachungen, die zu Mißverständnissen führen - ist in seiner Schärfe bei der Beschreibung der Einfachen Sprache nicht zu lesen. Der Autor zieht dann auch folgende Schlussfolgerung: "Der Siegeszug der Einfachen Sprache macht auch vor den Bastionen der Leichten Sprache nicht mehr halt."

Und über diese Schlussfolgerung freuen wir uns. Denn sie bestätigt unsere eigene Einschätzung: Wir sind überzeugt vom Nutzen der Leichten Sprache.  Aber wir verstehen Leichte Sprache nicht als Standardlösung für alle Menschen mit Leseproblemen. Im Gegenteil: Die Zielgruppe für Leichte Sprache ist relativ klein. Gleichzeitig ist die Gruppe der Leser, die mit den oft sehr komplexen Texten unserer Zeit nicht zurechtkommen, sehr groß.

Für Menschen, die noch kein Deutsch sprechen, hat die Leichte Sprache eine klare Funktion. Dies gilt ebenfalls für Leser mit gravierenden Lernschwierigkeiten. Aber für Menschen mit Leseproblemen - und das ist immerhin ein Drittel der deutschen Gesamtbevölkerung - ist das Niveau der Leichten Sprache eindeutig zu niedrig. Sie brauchen einfache Texte, die dennoch angenehm und unterhaltsam zu lesen sind. 

Genau deshalb haben wir 2009 in Deutschland Einfache Sprache eingeführt. Als geeignete Alternative für Menschen, die mit dem Lernen Schwierigkeiten haben. Menschen in einer Grauzone: Für sie sind die normalen Texte (B2 und höhere Niveaus) zu schwierig und die Basistexte der Leichten Sprache nicht anspruchsvoll genug. Für sie ist Einfache Sprache die Lösung: Normale Sprache in möglichst leicht verständlicher Form. So schreibt es auch DER SPIEGEL.

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