Frühjahr/Sommer 2018

Lesen ist eine Fähigkeit, die man immer wieder üben muss. Sonst verlernt man sie. Gerade für ungeübte Leser ist es wichtig „dranzubleiben". Dafür sind die Bücher des Spaß am Lesen Verlages ideal: Sie sind nicht zu schwierig. Sie lassen sich leicht lesen. Und sie enthalten interessante, spannende, manchmal auch lustige Geschichten. Kurz: Sie machen Spaß! So geht das Üben ganz einfach.

Barrierefreie Welt

Barrierefreie Welt

2006 stellten die Vereinten Nationen das "Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung" (CRPD) auf. Neben dem Schutz der Menschenrechte von Behinderten ruft der Vertrag die Regierungen dazu auf, die Position von Behinderten in der Gesellschaft kontinuierlich zu verbessern - unter anderem auch in den Schulen und am Arbeitsplatz. 

Kaum ein anderer Vertrag wurde so schnell von den Mitgliedsländern unterzeichnet. Kein Wunder, es handelt sich immerhin um die Rechte von insgesamt rund 650 Millionen Menschen weltweit. Menschen, die in der Regel noch immer gegenüber ihren nicht-behinderten Mitbürgern benachteiligt werden. 

Auch Deutschland ratifizierte den UN-Vertrag (zusammen mit Österreich, der Schweiz und Liechtenstein) sehr schnell. Die Umsetzung des Vertrags erfordert jedoch einen langen Atem. Bis zur vollständigen barrierefreien Teilnahme von Behinderten am öffentlichen Leben hat auch Deutschland noch einen langen Weg zurückzulegen.

Dieses Ziel ist nur bei einer breiten Akzeptanz der Bevölkerung zu bewerkstelligen. Rund zehn Prozent der Deutschen lebt mit einer Behinderung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein großer Teil der Bevölkerung im Alltag kaum mit Behinderten in Berührung kommt. Inklusion ist bislang für viele nicht mehr als ein Schlagwort. 

Deshalb ist es so wichtig, dass Behinderte selbst das Wort ergreifen und uns vor Augen führen, wer sie sind und wie sie leben. So wie der Aktivist Raúl Aguayo-Krauthausen. Sein Buch Dachdecker wollte ich eh nicht werden  ist ein wunderbares Zeugniss des täglichen Lebens eines Behinderten. Das Buch führt uns vor Augen, wie verkrampft wir Nicht-Behinderten oftmals mit Behinderungen umgehen. Und wie schnell wir Behinderte unbewusst auf ihre Behinderung reduzieren. Krauthausen sagt zu seinem Buch: "Mir war es wichtig, zu zeigen, dass meine Behinderung nur eine von vielen Eigenschaften von mir ist." 

Das Buch Dachdecker wollte ich eh nicht werden ist deshalb prädestiniert dazu, in Einfache Sprache übersetzt zu werden: Es ist ein beeindruckendes Werk, das uns viele neue Einsichten in das Leben eines Behinderten bietet. Und es erfüllt, wie alle Bücher in Einfacher Sprache, die Anforderungen des UN-Vertrags von 2006: Jede Art von Information sollte so aufbereitet werden, dass sie auch von Menschen mit einer Behinderung zu verstehen ist.  

 

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