Winterkatalog 2017/2018

Texte in Einfacher Sprache sind für Menschen, die nicht so gut lesen können. Das sind zum Beispiel funktionale Analphabeten, Menschen mit geringer Bildung oder ohne Schulabschluss. Aber auch Menschen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch haben oft Probleme mit dem Lesen. Texte in Einfacher Sprache sind für fast alle Menschen gut verständlich. Sie vermeiden Fremdworte. Die Sätze sind kurz. Einfache Sprache hat Leseniveau A2/B1. Für 60 Prozent der Bevölkerung sind schwierigere Texte unverständlich. Doch 95 Prozent der Bevölkerung können Einfache Sprache lesen!

Das erste Buch

Das erste Buch

Es ist wunderbar, zu sehen, was Lesen bei einem Menschen bewirkt. Vor allem bei Menschen mit einer Leseschwäche. Die Entdeckung, durch das Lesen in eine neue Welt zu treten, ist immer wieder eine überwältigende Erfahrung.

Ein schönes Beispiel hierfür ist unsere Leserin Manuela Westermann. Sie hatte lange Zeit Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Dann machte sie den mutigen Schritt und ging wieder zur Schule. Bei einer Volkshochschule meldete sie sich für den Grundbildungskurs Lesen und Schreiben an.

Eine ihrer Hürden war, dass sie sich nicht an Bücher herantraute. Sie sah ihre heranwachsenden Kinder mt viel Freude Bücher lesen und schämte sich dafür, es selbst nicht zu können. Selbst sagt sie darüber: „Ich wollte eigentlich gar kein Buch lesen, weil ich Angst hatte, ich schaffe das nicht. Ich hatte kein Zutrauen dazu.“

Angeregt durch ihre Lehrerin Annette Peters nahm sie doch das Buch Ziemlich beste Freunde zur Hand, begann darin zu lesen und konnte es nicht mehr weglegen. Sie schrieb das Buch sogar mehrmals ab, weil es ihr so gut gefiel und auch, um ihre Leseerfahrung dadurch noch tiefer erfahren zu können. Ein bemerkenswerter Schritt!

Für Leser wie Manuela Westermann arbeiten wir! Genau das ist unsere Philosophie: Leser, die noch große Schwierigkeiten beim Lesen haben, sollen durch unsere Bücher in Einfacher Sprache Selbstvertrauen gewinnen. Und den Hunger nach mehr Lesestoff entwickeln! Auf diese Weise machen sie oftmals unbewusst große Fortschritte in ihrer Leseentwicklung. Anstelle noch länger Angst vor dem Lesen zu haben, nehmen sie die Herausforderung an: Lesen wird immer mehr als normal empfunden! Manuela Westermann beginnt nun mit ihrem zweiten Buch - Das Labyrinth der Wörter. "Dieser Penner, der mit einer Oma auf der Parkbank lesen lernt, das fände ich interessant. Wenn das auch so geschrieben ist wie Ziemlich beste Freunde und wenn es nicht so dick ist, dann versuche ich das."

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