Frankfurter Buchmesse

Frankfurter Buchmesse

Die Buchmesse in Frankfurt beginnt in rund zwei Wochen - für uns Verleger eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Es gibt uns die Chance, innerhalb weniger Tage alle tonangebenden deutschen Verlage zu besuchen: Durch einen abwechslungsreichen Spaziergang übers Messegelände. Alles was auf dem deutschen Buchmarkt Rang und Namen hat, ist auf der Buchmesse in Frankfurt vertreten. Während die Verlage im Alltag viele Kilometer getrennt voneinander ihre Niederlassungen haben, so sind sie auf der Buchmesse direkte Nachbarn.

Warum ist der Kontakt mit diesen Verlagen für uns so wichtig? Nun, viele unserer Bücher sind Bearbeitungen bekannter und auch weniger bekannter Romane. Die Genehmigungen für eine Bearbeitung in Einfacher Sprache zu erwirken ist oftmals kompliziert und langwierig: Sowohl der Autor als auch der Verlag müssen zustimmen. Das gelingt nicht immer. Einige Autoren zweifeln und verstehen oftmals auch nicht ganz, was mit ihrem Werk geschehen wird. Und auch manche Verlage sehen auf den ersten Blick nicht direkt ein, was der Nutzen unserer Arbeit ist. Und darum ist es so wichtig, dass ich die Vertreter der Verlage in Frankfurt persönlich besuche und spreche: Auf diese Weise kann ich unser Anliegen und unsere Herangehensweise ganz genau erläutern.

Das mache ich nun schon seit einigen Jahren und die Wirkung macht sich immer stärker bemerkbar. Wurde ich vor ein paar Jahren noch mit der nötigen Skepsis empfangen, so ist der Spaß am Lesen Verlag mittlerweile als ein allseits geschätzter Partner etabliert. Die meisten Verlage haben erkannt, dass wir keine Bedrohung darstellen: Unsere Zielgruppe – die schwachen Leser – bilden keine Schnittmenge mit ihrer eigenen Zielgruppe: Das Originalbuch ist für unsere Zielgruppe nicht zu bewältigen. Doch durch die Bearbeitung in Einfacher Sprache sind diese Leser in der Lage, das Werk eines Autors zu lesen und kennenzulernen.

Diese Auffassung ist inzwischen allgemeiner Konsens in der deutschen Verlagswelt. Doch es gibt noch immer Ausnahmen: Einige wenige Verlage weigern sich nach wie vor hartnäckig mit uns zusammen zu arbeiten. Sie glauben nach wie vor, unsere Bücher könnten ihren Marktwert senken und den Buchverkauf des Buchoriginals drücken. Auch fürchten sie offensichtlich, der literarische Wert des Buchoriginals könnte durch die Bearbeitung in Einfacher Sprache verletzt werden. Diese so schwer zu Überzeugenden will ich um eines bitten: Setzen Sie sich in einer ruhigen Minute hin und lesen Sie all meine Kolumnen der vergangenen Jahre. Und wenn Sie dann immer noch nicht verstehen, was wir mit unseren Büchern erreichen möchten, komme ich sehr gerne auf der Frankfurter Buchmesse bei Ihnen vorbei.

Bildnachweis: © Alexander Heimann/Frankfurter Buchmesse

 

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