Die Berufsschüler nicht vergessen

Die Berufsschüler nicht vergessen

Lesen und Leseprobleme - dieses Thema ist zur Zeit in aller Munde. Die LEO-Studie über den Stand der Alphabetisierung sorgte 2011 für einen Durchbruch: Zehn Prozent der deutschen Bevölkerung kann gar nicht oder nur sehr schlecht lesen! Dieses Bewusstsein brachte eine Vielzahl an Initiativen ins Rollen - auch von Seiten der Bundesregierung. 

 

Bei soviel "Sturm und Drang" ist es wichtig, einen kühlen Kopf und den Überblick zu bewahren: Die bloße Förderung von mehr Unterricht ist keine Lösung und wird die Leseproblematik nicht aus der Welt räumen - Menschen mit einer Leseschwäche verdienen innovative Ideen, die darüber hinausgehen. Es ist eine Utopie, zu glauben, dass eine Leseschwäche, unter der zehn Prozent der Bevölkerung leidet, auf einen Schlag behoben werden kann. Bei allen Initiativen und Förderungen ist es wichtig, sich auf die einzelnen Zielgruppen zu konzentrieren: Mit Hilfsmitteln und Materialien, die ihnen gerecht werden.

 

Eine der Zielgruppen, die durch das Hilfsnetz hindurchzufallen drohen, sind schlechtlesende Jugendliche in den weiterführenden Schulen und in der Berufsausbildung. Sicher, gezielter Leseunterricht in den Grundschulen ist essentiell, so dass ein Kind seine Grundschulzeit auf einem ausreichenden Leseniveau abschließt. Doch viele Kinder und Jugendliche benötigen in den weiterführenden Schulen noch weitreichende Unterstützung beim Lesen. Wenn die Lesefähigkeit nicht weiter trainiert und vertieft wird, verschwindet sie - mit der Folge, dass bereits im Jugendalter so gut wie gar nicht mehr gelesen wird. 

 

Doch gerade für Jugendliche, die nach der Schule eine Berufsausbildung absolvieren, sind ausreichende Lesefähigkeiten von großem Belang. Europaweite Studien haben ergeben, dass es in wenigen Jahren kaum noch Berufe geben wird, die nicht ein Mindestmaß an Lesekenntnissen voraussetzen. Lassen wir uns gemeinsam dafür einsetzen, unsere Jugendlichen darauf vorzubereiten. 

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